Mädchen ins Handwerk

Das Projekt „Mädchen ins Handwerk“


Mittlerweile sind rd. 20 % der Auszubildenden im Handwerk weiblich. Das Handwerk bietet über 100 Ausbildungsberufe, in denen motivierte Fachkräfte gesucht werden. Fachliche Fähigkeiten sind ebenso gefragt wie kreatives Denken und Freude am Umgang mit Kunden. Die steigende Zahl der jungen Frauen in Handwerksberufen zeigt deutlich, dass bei entsprechender frühzeitiger Förderung und intensivem Coaching junge Frauen auch aus Haupt- und Förderschulen ein großes Potential für den Arbeitsmarkt darstellen.


Das Projekt „Mädchen ins Handwerk“ will diese entstehende Möglichkeit im Arbeitsmarkt aufgreifen, das Potential der Schülerinnen unter die Lupe nehmen und durch gezielte Förderung mit der Zielsetzung der Arbeitskräftesicherung und der Vermeidung von Brüchen vom Übergang „Schule/Beruf“ diese Potentiale fördern und erweitern.


Zielsetzung:


Das Projekt „Mädchen ins Handwerk“ soll die vorhandenen Potentiale der Haupt- und Förderschülerinnen erweitern und eine Berufsorientierung in gewerblich-technischen Bereichen näher bringen. Hierzu ist vorrangig das Heranführen an handwerkliche Tätigkeiten in Verbindung mit dem Ausbau sozialer Kompetenzen erforderlich. Die Schülerinnen sollen aus dem traditionellen Rollendenken an das Handwerk herangeführt werden und ihre Fähigkeiten entdecken. Mädchen mangelt es meistens nicht an Leistungsfähigkeit und Engagement. Sie haben im Schnitt bessere Noten, sind motivierter als Jungen und haben trotzdem weniger Chancen auf eine Ausbildung, besonders in Handwerksberufen. Das liegt u.a. an dem mangelnden Selbstbewusstsein und der fehlenden Überzeugung ihrer eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten. Im Allgemeinen bringen Mädchen ausgeprägte soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Empathie und Kommunikation sozialisationsbedingt mit. Im Zuge steigender Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt werden diese Fähigkeiten zunehmend auch von Arbeitgebern in den Fokus gerückt, so dass auch von der Arbeitgeberseite ein Umdenken stattfindet und sich die Türen für Frauen in Männerberufen allmählich öffnen.


Im Projekt „Mädchen ins Handwerk“ haben die Mädchen Gelegenheit in einem geschützten Rahmen ihre Stärken zu entdecken, Mut zur Entdeckung handwerklicher Berufe zu entwickeln und ihre Sozialkompetenzen mit Fachkompetenzen zu ergänzen.

 

Im Einzelnen werden folgende Teilziele angestrebt:

 

  • Aufbau und Freisetzung von Arbeits- und Ausbildungsmotivation
  • Vermeidung von Brüchen beim Übergang Schule/Beruf
  • Berufsorientierung in gewerblich- technischen Berufsfeldern
  • Persönlichkeitsstabilisierung
  • Integration in Arbeitsabläufe
  • Übernahme von Verantwortung
  • Umgang mit Kunden
  • Förderung von sozialem Engagement

 

Im Rahmen eines ganzheitlichen Ansatzes sollen die Schülerinnen über projektausgerichtete Werkstattangebote ihre Stärken und Interessen feststellen und eine Berufsperspektive entwickeln.

Alle Kompetenzbereiche fließen in die Werkstattarbeit ein und bieten im Einzelgespräch, in der Gruppenarbeit sowie in den Werkstätten ein breites Übungsfeld.

 

Das Projekt befasst sich des Weiteren mit dem Eignungsprofil der Teilnehmerinnen. Hierzu werden Fragen zu Berufswünschen, Fähigkeiten, sozialen Kompetenzen, Persönlichkeitsstruktur und Arbeits-und Ausbildungsfähigkeit in Einzelgesprächen geklärt und durch Beobachtungen in der Werkstattarbeit ergänzt.

Die Ergebnisse geben Aufschluss über weitere berufliche Orientierungen und machen weitere Förderansätze transparent. Folgende Entwicklungsbereiche werden einbezogen und im Rahmen eines Coachings gespiegelt:

 

  • Arbeits- und Bildungsbereitschaft
  • Erscheinungsbild
  • Ausdrucksfähigkeit
  • Vorstellungsvermögen
  • Lernfähigkeit
  • Durchhaltevermögen
  • Sorgfalt
  • Zuverlässigkeit
  • Konflikt- und Teamfähigkeit
  • Selbstsicherheit, Umgangsformen
  • körperliche Leistungsfähigkeit

 

Organisation:


Das Zentrum für Jugendberufshilfe in der Dammstraße ist der außerschulische Lernstandort. Hier findet in den Werkstätten 1x wöchentlich von 13.30 Uhr bis 15.30 Uhr für die Schule die handwerklich orientierte Werkstattarbeit, eingebettet in eine soziale Lernumgebung, statt. Primär werden Gegenstände für soziale Einrichtungen hergestellt. In diesem Projekt stehen die Förderung des sozialen Engagements, das Entdecken von handwerklichen Fähigkeiten und die Übernahme von kleinen Verantwortungsbereichen im Vordergrund.